Raus in die Natur, rein ins Abenteuer

Die Auszeit in der Natur ist eine Streicheleinheit für die Seele und eine Wohltat für den Körper. Ob Radausflug, Paddeltour oder Wanderung – in der Region gibt es eine Vielzahl von Ausflugszielen, die erkundet werden wollen.

Wenn der Stadtlärm langsam verebbt, weitet sich der Blick. Bunte Wiesen, Seen und kleine Wälder begrüßen die Gäste im Leipziger Umland. Die Auszeit in der Natur ist eine Streicheleinheit für die Seele und eine Wohltat für den Körper. Ob Radausflug, Paddeltour oder Wanderung – in der Region gibt es eine Vielzahl von Ausflugszielen, die erkundet werden wollen. Touristenströme? Fehlanzeige! Höchste Zeit für einen Familienausflug ins Grüne. Wir stellen vier (ent-)spannende Touren im Leipziger Umland vor.

Einfach mal raus aus der Stadt – und sei es nur für einen Tag. 

Entdecker. Die reichhaltige Kulturgeschichte der Region hat viele Erinnerungsorte hinterlassen, die teilweise noch wahre Geheimtipps sind. Ob wandern, paddeln oder Fahrrad fahren: Wer die passende Ausrüstung dabeihat und einige wichtige Tipps beachtet, kann in der Region rund um Leipzig wunderbare Abenteuer erleben. Für Wanderer gilt: Wer die Wanderschuhe lange nicht anhatte, sollte es langsam angehen lassen. „Es muss nicht immer gleich das Elbsandsteingebirge oder der Harz sein“, sagt Jens Greiling, Physiotherapeut und passionierter Wanderer, „zu Beginn reichen fünf bis zehn Kilometer völlig aus.“ Vor dem Start sollte die Tour mit einer Wanderkarte oder per App geplant werden. Ausreichend Wasser und kohlenhydratreiche Lebensmittel sind auch bei kürzeren Strecken ein Muss. Wer sich nach dem Zwiebelprinzip kleidet, Sonnen- und Insektenschutz einpackt und ein kleines Erste-Hilfe-Kit bei sich trägt, ist gut gerüstet. 

Für (Wieder-)Einsteiger bestens geeignet ist die 6,5 Kilometer lange Tour auf dem Ulrike-von-Levetzow-Wanderweg. Auf den Spuren der letzten großen Liebe von Johann Wolfgang von Goethe führt der Wanderweg durch den artenreichen Auenwald bis hin zum Löbnitzer Rittergut, dem Taufort von Ulrike von Levetzow. Die Route startet in Groitzsch, rund 25 Kilometer südlich von Leipzig. Die Stadt liegt unmittelbar am Übergang der Norddeutschen Tiefebene in die ersten Ausläufer der Mittelgebirge. Los geht es am Stadtturm nahe dem liebevoll restaurierten Marktplatz. Der mit einem gelben, waagerechten Balken auf weißem Hintergrund markierte Weg führt an der Frauenkirche vorbei hin zur Ruinenanlage der Wiprechtsburg. Weiter geht es ins landschaftlich reizvolle Naturschutzgebiet „Pfarrholz“, ein artenreiches Auwaldbiotop. In südlicher Richtung folgt der Wanderweg dem Lauf der Schwennigke und führt an den Dörfern Altengroitzsch, Saasdorf und Gatzen vorbei, bevor er an dem ehemaligen Rittergut in Löbnitz-Bennewitz sein Ziel erreicht. 


Tipps von Experten einholen

Wer den Weg locker gemeistert hat, kann die Streckenlänge langsam steigern. Für den 16 Kilometer langen Mühlenwanderweg braucht man im Schnitt vier Stunden. Ein angenehm zu tragendes Paar Wanderschuhe erleichtert den Weg. „Zum Kaufen der Schuhe sollten Wanderbegeisterte ins Fachgeschäft gehen, sich beraten lassen und testen“, rät Greiling. Gegen Blasen schützen Socken mit Synthetik- und Wollanteilen, die an den Ballen und Fersen verstärkt sind und den Schweiß nach außen transportieren. Ausgeschildert als Rundwanderweg Nr. 7 führt die Wanderroute von Leisnig in das Schanzenbachtal und ein Stück parallel zur Freiberger Mulde zurück in die Stadt. In der grünen hügeligen Landschaft ist der Alltagsstress schnell vergessen. Auf dem Weg passieren die Wanderer:innen zwei historische Wassermühlen: die Leithenmühle und Schanzenmühle. Letztere kann nach Voranmeldung sogar besucht werden. 

Unser Experte zum Thema

Sanitätshaus Helmut Haas GmbH
Jens Greiling
Lauf- & Fitness-Coach, Bewegungs- & Haltungsanalyst
Telefon 03433 274824, j.greiling@haas-hilft.de

Sanitätshaus Helmut Haas GmbH
Andreas Michalk
Trainer und Fachberater im Haas-Laufshop Borna
Telefon 03433 27480, a.michalk@haas-hilft.de

Apropos Wassermühlen …

Wer die Region von der Wasserseite aus erkunden will und eine anspruchsvolle Paddeltour nicht scheut, kann den Eilenburger Mühlgraben entlangpaddeln. Der über 700 Jahre alte, künstlich angelegte Kanal, der sich mitten durch die historische Altstadt Eilenburgs schlängelt, hat einst eine Vielzahl von Mühlen angetrieben. Später siedelten sich hier die Textilmanufakturen an. Heute steht der Mühlgraben für 10 Kilometer Abenteuer pur. Wasserwanderer:innen sollten etwas Erfahrung mitbringen und Baumhindernisse, Sandbänke und Schwallstellen stets im Blick behalten. Und dann heißt es: Gleichmäßig paddeln! Die Fahrt im Kanu verbessert nicht nur die Kraftausdauer und Koordinationsfähigkeit, sondern stärkt auch die Rumpf- und Armmuskulatur. Doch Vorsicht: Bei falscher Technik können Beschwerden in Handgelenken und Schultern auftreten, daher vor Fahrtbeginn immer von Profis einweisen lassen. Die Belohnung: Natur pur, so schön wie im Spreewald – nur mit weniger Touristenscharen. Nach etwa neun Kilometern mündet der Mühlgraben wieder in die Mulde. Jetzt heißt es letzte Kräfte mobilisieren und stromaufwärts bis zur Anlegestelle paddeln.

Fahrradfahren stärkt Körper und Seele

Besonders gut geeignet, um sich fit zu halten, sind auch Touren mit dem Fahrrad. Radfahren wirkt sich positiv auf die Gelenke, das Herz-Kreislauf-System, den Rücken und das Immunsystem aus, wie die Deutsche Sporthochschule in ihrer Studie „Cycling & Health“ belegt. Das Leipziger Land ist ein Radrouten-Paradies. Weit über 250 Touren warten darauf, entdeckt zu werden. Aber Vorsicht bei der Fahrradwahl. „Nicht jedes Fahrrad eignet sich für jede Person“, sagt Andreas Michalk, Trainer im Haas-Laufshop Borna. Bequemes Fahren verspricht ein Hollandrad, mit einem Trekking- oder Rennrad ist man eher sportlich unterwegs. Abseits von befestigten Wegen ist ein Mountainbike eine gute Wahl. „Wichtig ist auch die richtige Rahmenhöhe“, sagt Michalk und empfiehlt eine Beratung im Fachgeschäft. Und auch beim Radfahren gilt: Langsam anfangen. „Wer gleich im Gebirge mit dem Radfahren startet, der wird schnell frustriert sein und die Lust verlieren“, sagt Michalk. 

Eine Biketour mit Badespaß inklusive

Im Leipziger Umland verspricht eine Rundfahrt um den Störmthaler und Markkleeberger See Freizeitradlern und Familien einen entspannten Radausflug. Auf einer Strecke von rund 40 Kilometern führt der Weg durch das ehemalige Tagebaugebiet mit seiner wunderschönen Seenlandschaft. Wenn die Kräfte früh schwinden, kann die Strecke spontan gekürzt und nur eine See umrundet werden. Ein typischer Anfängerfehler ist übrigens das Fahren mit zu hohem Krafteinsatz und niedriger Frequenz. Lieber ein oder zwei Gänge runterschalten und häufiger treten. So bleibt die Muskulatur länger leistungsfähig – und einem Abenteuer im Leipziger Neuseenland steht nichts mehr im Weg. 

Positiver Nebeneffekt: Fahrradfahren hilft beim Abnehmen

Dass Biken nicht nur den Stresspegel senkt, sondern auch Kalorien reduzieren kann, ist kein Geheimnis. Bei einer Geschwindigkeit von 15 bis 20 km/h lassen sich in 30 Minuten bis zu 250 Kilokalorien verbrennen.

Die wichtigsten Tipps:

  1. Fangen Sie langsam an. Ob Radausflug, Wanderung oder Paddeltour: Wählen Sie eine kurze, flache und leichte Strecke. Der Körper ist anfangs nicht an die Belastung gewöhnt.
  2. Kleiden Sie sich nach dem Zwiebelprinzip. So können Sie flexibel auf einen plötzlichen Wetterumschwung reagieren.
  3. Sorgen Sie vor! Sonnenhut, Insektenschutz, Regenschutz, Erste-Hilfe-Kit, Handy & Werkzeugtool für Notfälle sowie Sonnencreme sollten Sie immer im Gepäck haben.
  4. Nicht einfach drauf los starten. Planen Sie Ihre Route entsprechend Ihrer körperlichen Fitness vorab per Karte oder App. 
  5. Achten Sie auf gut sitzendes Schuhwerk und passende Sicherheitsausrüstung. Bei Helmen und Wanderschuhen lohnt sich die Beratung im Fachgeschäft. 
  6. Den Proviant nicht vergessen. Wasser und kohlenhydratreiche Kost gehören immer ins Gepäck. Durst und Unterzuckerung sind keine guten Reisebegleiter. 

Und nicht vergessen: Bewegung hält fit und beugt Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Problemen, Rückenleiden und Diabetes vor. Die Muskulatur, das Herz und weitere Organe werden durch Bewegung angeregt, zudem werden Endorphine (Glückshormone) ausgeschüttet.

Durch Bewegung wird der Stoffwechsel und das Immunsystem angekurbelt. Es werden vermehrt Abwehrzellen produziert und dazu noch Kalorien verbrannt. Außerdem lassen sich Stress und Anspannung durch Bewegung abbauen, was sich sowohl auf das Wohlbefinden als auch auf die Gesundheit positiv auswirkt. Schon einfache Maßnahmen wie tägliches Treppensteigen und regelmäßige Spaziergänge steigern die Leistungsfähigkeit.

Stand: 13.04.2022

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